Studie "Erfolgreiche kommunale/regionale Projekte zur Überwindung von Breitbandversorgungslücken"
Zusammenfassung der Ergebnisse
In vielen Kommunen und Landkreisen wird bereits seit einiger Zeit an der Schließung der Lücken der Breitbandversorgung gearbeitet. Es gibt daher eine Vielzahl guter Beispiele in denen Lösungen erarbeitet wurden, die sich auf andere Kommunen und Regionen übertragen lassen. Für die Studie wurden aus allen eingereichten Projekten, 33 Projekte ausgewählt, die erfolgreiche, interessante und vor allem umsetzbare Strategien entwickelt haben.
Die Darstellung der Best-Practice-Beispiele ist in drei Kategorien unterteilt, die die Kernelemente der Breitbandproblematik aufgreifen - die administrative Vorgehensweise, die ökonomische Perspektive und der technologische Lösungsweg.
Zur Kategorie "ökonomisch" gehören die Beispiele, die im Hinblick auf ihre wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Finanzierungsstrategien beispielhaft sind. Best-Practice-Beispiele der Kategorie "technologisch" sind besonders unter dem Aspekt "eingesetzte Technologien" und deren Umsetzung beispielhaft. Dabei ist technologische Nachhaltigkeit ein wichtiger Aspekt. In der Kategorie "administrativ" werden Beispiele erfasst, die ein vorbildliches Vorgehen der Projektadministration demonstrieren, sowie die Rolle der Kommune und weiterer Akteure am besten abbilden.
Neben überraschenden Schlussfolgerungen, z.B, wurden in fast allen Fällen Bedarfsanalysen und Machbarkeitsstudie durchgeführt, bietet die Studie auch eine Reihe von Handlungsempfehlungen, die Kommunen Hilfestellung bei der Entwicklung von Breitbandprojekten geben soll.
Aus administrativer Sicht ist es wichtig, die lokalen Akteure zu identifizieren, um einen großen Teil des Know-how?s und der Erfahrungswerte zu bündeln. Eine gute und kontinuierliche Kommunikationsarbeit, die auch die betroffenen Bürger und Unternehmen einbezieht, ist erforderlich. Notwendig ist auch die Ermittlung des tatsächlichen Bedarfs an Breitband, um die Dimensionen des Projektes definieren zu können und durch Aufklärungsarbeit die Erwartungen in realistische Bahnen zu lenken.
Wichtig zur Vermeidung von Fehlinvestitionen ist die Durchführung einer Verfügbarkeitsanalyse und die Erstellung eines Infrastrukturatlas, in dem bereits bestehende aber auch geplante Infrastrukturen und Maßnahmen aufgenommen werden. Sinnvoll ist es oft auch, mit anderen Kommunen oder kreisübergreifend zusammenzuarbeiten - so ist ein gezielter Einsatz der oft begrenzten personellen und finanziellen Ressourcen möglich und die Attraktivität der Region für potenzielle Investoren und Anbieter erhöht sich durch ein größeres Kundenpotenzial.
Aus ökonomischer Perspektive ist es sinnvoll, ein Markterkundungsverfahren durchzuführen, in dem unverbindlich Anfragen an potenzielle Anbieter gestellt werden. Hier zeigt sich, welche Lösungen als technisch und ökonomisch realistisch eingeschätzt werden. Hilfreich ist das Gespräch mit den Anbietern, um gemeinsam Lösungsansätze für schwierige Ausgangsbedingungen zu finden. Dazu gehört auch, nach Finanzierungsmöglichkeiten für das geplante Projekt zu suchen, Investoren anzusprechen und eigenes Kapital realistisch einzuschätzen.
Ein transparenter Umgang mit Kosten und zu erwartenden Einnahmen kann zu einer höheren Bereitschaft von Anbietern beitragen, in zunächst wirtschaftlich unattraktiven Regionen zu investieren. Diese erhöht sich weiter, wenn durch eigenes Engagement Kosten gesenkt werden können (z.B. bauliche Maßnahmen).
Aus technologischer Sicht sind Entscheidungen zu treffen, die die Zukunftsfähigkeit und Zukunftssicherheit des Netzes beeinflussen. Grundsätzlich muss zwischen kabelgebundener und funkgestützter Anbindung entschieden werden, wobei auch Mischlösungen zum Einsatz kommen. Eine genaue Planung der Netzinfrastruktur ist wichtig, ebenso wie die strategische Platzierung von vorbereitender Infrastruktur (z.B. Leerrohre) im Zuge anderer Baumaßnahmen (z.B. Straßenbau).
Um diese Handlungsempfehlungen in die Praxis übertragen zu können wurde eine kurze Checkliste entwickelt, die die wesentlichen Aspekte des Ausbaus einer Breitbandinfrastruktur auf kommunaler/regionaler Ebene aufgreift.